Web amt-toolreviews.blogspot.com

Sonntag, Mai 21, 2006

Native Instruments Absynth Software Synthesizer - Rezension



Dieser Synth ist aussergewöhnlich! Auch der Name suggestiert dies; konnte einem doch schon beim übermässigen Genuss des Getränkes die Ohren weg fliegen, wiederholt sich die Geschichte nun ein zweites mal; aber diesmal nicht durch Van Gogh’s Messer Schneide, sonder einfach mit abgrundtief fetten, alien-athmosphärischen und bis ins unendliche durch-getweaktem Sound – so richtig schön abartig (im besten Sinne!)

Der Absynth ist ein Synthesizer mit semi-modularer Architektur. Dank einer extrem flexiblen Hüllkurvensteuerung kann man mehr als „nur“ klänge damit erzeugen. Morphende Percussion-Loops, Physical-Modelling-Klänge und sich stetig verändernde Klanglandschaften sind das Ergebnis. LFO Wellenformen kann man mit der Maus einzeichnen. Absynth’s semi-modulares Konzept macht es einfach, subtraktive Klangformung, Amplituden-, Frequenz- und Ringmodulation sowie Waveshaping zu verknüpfen.
Pro Stimme stehen sechs Oszillatoren, vier Filter, drei Ringmodulatoren, ein Waveshaper und ein Delay-Prozessor zur Verfügung - neben umfangreichen grafischen Modulationsmöglichkeiten.
Die LFO-Wellenformen können frei gezeichnet und beliebig verformt werden. Das macht ABSYNTHs LFOs besonders einfach und vielseitig. ABSYNTH bietet mehr als ein Dutzend grafische Hüllkurven mit jeweils bis zu 68 Stützpunkten. Die Hüllkurven können unter anderem geloopt und retriggered werden, um zyklische Rhythmen oder sich niemals wiederholende Klangbewegungen zu erzeugen. Da der Hüllkurven-Editor mehrere Hüllkurven untereinander darstellt, können ihre Verläufe präzise aufeinander und auf ein rhythmisches Raster abgestimmt werden. (NI)


Features:

-Semi-modularer Synthesizer mit verschiedenen Syntheseverfahren
-Erzeugt eine riesige Bandbreite organischer und ausdrucksstarker Klänge
-Umfangreiche Klang-Bibliothek
-Multitimbral mit 8 Parts unter VST 2.0; Stimmenzahl ist CPU-abhängig
-Intuitive grafische Editoren, attraktives Design
-6 Oszillatoren, 4 Filter, 3 Ringmodulatoren, Waveshaper und Delay-Prozessor pro Stimme
-Frei modellierbare Wellenformen für Oszillatoren, LFOs und das Waveshaping
-Viele grafische Hüllkurven mit jeweils bis zu 68 Stützpunkten
-Läuft Stand-Alone oder als PlugIn auf Macintosh
-Mac: Unterstützt VST® 2.0, DirectConnect™, MAS™, ASIO™
-PC: Unterstützt VST® 2.0, DXi™, ASIO™


Fazit:

Ein grossartiger und avantgardistischer Synthesizer der sehr alienartig daherkommt – im Sound wie im GUI.

Beim Durchschalten der Factory Presets und auch beim Ausprobieren der unzähligen User Patches die im Internet zu finden sind stellt man schnell fest, dass die Presets zwar intergallaktisch und sehr beeindruckend klingen – jedoch viele dieser komplexen Klangwelten sich aber in einem regulären Song Mix nicht besonders gut machen.
Absynth lässt sich daher sehr gut als Standalone nutzen; ein muss für Klangdesigner, Game- und Filmsound Produzenten.

Macht man sich aber die Mühe und arbeitet sich in Absynths geniale Klangerzeugung ein wird einem klar was für ein Tool man da eigentlich am Start hat! Man verbringt Stunden damit sich mit den Oszilatoren zu vergnügen; es ist so cool LFO-Wellenformen direkt einzeichnen zu können. Man kann so im Vergleich zu anderen Synthesizern relativ einfach spektakulären Sound produzieren, digital und doch unglaublich fett.

Nicht optimal finde ich, dass Absynth’s Audio Engine eine separate Applikation ist; beim Aktivieren des Absynth in einer Audio Instrument Spur in zB. Logic öffnet sich diese im Hintergrund der Hostsoftware nochmals mit dem gleichen Synth GUI, mitsamt den Vollen Graphischen Editoren die man vom Standalone her kennt. Wäre es nicht möglich gewesen dies in der VST Version zu integrieren? Oder würden die vielen Editoren Fenster in der Host Programm Umgebung zu sehr stören? Ein bisschen Erleichterung beim hin- und herswitchen bringt der Link Button im Editor, der beim Draufklicken sofort zum VST zurückschaltet.
Ein weiterer Nachteil deswegen ist meiner Meinung nach, wenn man schnell ein paar Sound Bänke durchschalten will bei der Presetwahl und dazu in weiteren Audio Instrument Spuren Absynth Instanzen öffnet, beziehen sich die VST Presets immer auf die Presets die gegenwärtig im Host externen Editor geladen sind, d.H. wenn man in der Instanz die in der Instrument Spur 2 geöffnet ist eine neue Soundbank versucht zu laden, ändert dies die Bank global – die Presets die jetzt in der Instanz 1 geladen sind, stammen auch von der neuen Bank. Man kommt nicht darum herum per Import Preset Funktion sich jeweils eine Soundbank zusammenstellen für ein neues Projekt – konsumiert zusätzlich Zeit wenn man verschiedene Presets aus duzenden von Bänken in eine laden muss.

Alles in allem aber einer der fettesten Software Synths auf dem Markt - hervorragend umgesetzt, wie alle Native Instruments Produkte! Versucht doch einmal das Demo, downloadbar auf der NI Homepage.


Schnittstellen
Mac: AU®, VST® 2.0, ASIO™, DirectConnect™, MAS™, SoundManager™, FreeMidi™

WIN: VST® 2.0, ASIO™, DXi™, MME, DirectSound


Systemvoraussetzungen:

Mac OS 8.6 oder höher, G3 300 MHz, 64 MB RAM (stand-alone)
G3 400 MHz, 128 MB RAM (bei Nutzung als plug-in)

Windows 98/ME/2000/XP, Pentium 400 MHZ, 128 MB RAM


Herstellerlink: www.nativeinstruments.de/Absynth

(Dieser Artikel wurde original am 03.03.03 geschrieben.)